Bio-Mineralwasser: Ja gibt’s denn so was?

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Der Markt an Bio-Produkten boomt und macht auch vor Mineralwasser nicht halt: Ende des letzten Jahres hat der Bundesgerichtshof offiziell entschieden, dass die Bezeichnung „Bio-Mineralwasser“ zulässig ist. Anlass war eine Klage wegen Irreführung gegen den Hersteller des ersten Bio-Mineralwassers „Biokristall“.

Biokristall

Quelle: www.biokristall.de

Doch was unterscheidet Bio-Mineralwasser eigentlich von herkömmlichem Mineralwasser?
In der Verordnung über natürliches Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser (MTVO) ist festgelegt, welche Eigenschaften ein natürliches Mineralwasser erfüllen muss. Dies sind unter anderem Folgende:

  • Es entspringt in „unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen und wird aus einer oder mehreren natürlichen oder künstlich erschlossenen Quellen gewonnen“
  • es ist von ursprünglicher Reinheit“ und hat einen ernährungsphysiologischen Einfluss aufgrund der enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente
  • es muss amtlich anerkannt sein
  • Natürliches Mineralwasser unterliegt bestimmten mikrobiologischen Anforderungen, so muss es z.B. frei von Krankheiterregern sein

Wie also soll ein natürliches Mineralwasser auch noch „Bio“ sein, ist es doch bis auf den Zusatz von Kohlensäure und ggf. den Entzug von Schwefel und Eisen so gut wie unbehandelt ?

Bisher war Mineralwasser nicht in der EU-Öko-Verordnung erfasst, denn der Begrifft „Bio“ durfte nur für Produkte aus dem ökologischen Landbau verwendet werden: „Dafür gibt es gute Gründe: Natürliches Mineral­wasser ist ein von der Natur hervorgebrachtes Lebens­mittel. Seine Zusammenset­zung lässt sich nicht beein­flussen. Aus denselben Gründen kann bis heute kein Fisch aus Wild­fang oder Wild­bret von frei lebenden Tieren als Bio bezeichnet werden. Die Erfinder des „Biokristall“ sprangen in diese Lücke: Sie entwarfen selbst ein Biosiegel und eigene Vergabekriterien“, so schreibt die Stiftung Warentest in einem Artikel vom letzten Jahr.

Bio Mineralwasser

Quelle: www.bio-mineralwasser.de

Nicht nur eigene Vergabekriterien, gleich einen ganzen Verband hat der Hersteller Neumarkter Lammsbräu ins Leben gerufen. Auf der Informationsseite sind unter anderem folgende Kriterien für Bio-Mineralwasser festgelegt (diese sind noch einmal detailliert in der Bio-Mineralwasser-Richtlinie nachzulesen):

  • Die umweltfreundliche Abfüllung und Pfandflaschen
  • Ein geringer Nitratgehalt
  • Eine gesundheitsfördernde Wirkung
  • Kurze Transportwege von der Quelle zum Handel
  • Strengere Grenzwerte als gesetzlich vorgegeben

Und genau auf diese Kriterien stützt sich das Urteil des Bundesgerichtshofes: Durch die Kennzeichnung „Bio“ erwartet der Verbraucher, dass sich das Mineralwasser positiv im Bezug auf die Gewinnung und den Schadstoffgehalt von anderen Vergleichprodukten abhebt. Der Höchstgehalt von Nitrat liegt so zum Beispiel bei 5 mg statt bei 50 mg je Liter und und für Nitrit bei 0,02mg statt 0,1mg pro Liter (vgl. Ernährung im Fokus, Ausgabe Januar/Februar 2013, S. 22f.).

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Über den Autor

Natalie Hauser hat zusammen mit Jens Wiese den Blog zu Biodukte.de ins Leben gerufen. Natalie schreibt gerne Artikel rund um das Thema Bio-Lebensmittel und steht gerne in der "Biodukte-Versuchsküche" :-) Außerdem schreibt sie Rezept für Babybrei und gibt Tipps zum Thema Beikost aufder Webseite http://babybrei-selber-machen.de.

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