Bio-Honig? Wie geht das eigentlich?

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©iStockphoto.com/ajma_pl

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Ein paar Mal haben wir nun schon vor dem Honig Regal gestanden und uns gefragt: Bio-Honig, wie funktioniert das überhaupt? Woher kann der Imker wissen, ob die Biene nur an Bioblumen halt gemacht hat?

Mit dieser Frage haben wir uns dann an Klaus Grundner gewendet. Er ist Bio-Imker in Oberbayern und hat uns mit ein paar Fakten auf die Sprünge geholfen:

  • Die EU Bioverordnung bezieht sich nicht auf den Honig selbst sondern auf die Haltung der Bienen.
  • Bienen (Königinnen) dürfen die Flügel nicht gestutzt werden, um sie am wegfliegen zu hindern
  • Mittelwände dürfen nur aus biologischem Wachs eingebracht werden
  • Beuten (Unterkünfte) und Körbe dürfen nur aus ökologischen Materialien bestehen
  • Die Desinfektion darf nur physikalisch oder mit zugelassenen Mitteln geschehen
  • Darüber hinaus wird den Bienen nur biologischer Zucker zugefüttert, damit diese den Winter überstehen.
  • In Deutschland muss jeder gehandelte Honig der Honigverordnung entsprechen, egal ob biologisch oder konventionell erzeugt. Diese legt zum Beispiel Grenzwerte für Fructose- und Wassergehalte fest und definiert zudem verschieden Reinheitsgrade.

Diese biologische Herangehensweise hat natürlich auch ihren Preis. Während ein konventioneller Imker in der Region etwa 50 Kilo Honig pro Volk und Jahr gewinnt sind es beim Biohonig-Volk nur 12 Kilo. Zudem ist es nur für weniger Imker wirtschaftlich möglich auf Bio umzusteigen, die Zertifizierung lohnt sich meist erst ab über 50 Völkern.

Es geht beim Biohonig also gar nicht in erster Linie um die Blüten und Pflanzen sondern viel mehr um die Haltung der Bienen. Trotzdem ist es jedem Bio-Imker ein großes anliegen, dass seine Bienen nur von besten Blüten den Nektar und Honigtau sammeln. Beeinflussen kann er dies aber nur über den Standort seines Bienenvolkes.

Und auch hierzu haben wir dann noch einen Abschnitt in der EU Verordnung gefunden. Artikel 14b besagt:

Der Standort von Bienenstöcken muss so gewählt werden, dass Nektar- und Pollenquellen vorhanden sind, die im Wesentlichen aus ökologisch/biologisch erzeugten Pflanzen oder gegebenenfalls aus Wildpflanzen oder nichtökologisch/nichtbiologisch bewirtschafteten Wäldern oder Kulturpflanzen bestehen, die nur mit Methoden bewirtschaftet werden, die eine geringe Umweltbelastung mit sich bringen. Der Standort von Bienenstöcken muss sich in ausreichender Entfernung von Verschmutzungsquellen befinden, die die Imkereierzeugnisse kontaminieren oder die Gesundheit der Bienen beeinträchtigen können.

So können wir uns beim Biohonig in Zukunft nicht nur sicher sein, dass die Bienen artgerecht gehalten wurden, sondern haben auch noch eine gewisse Sicherheit bezüglich des von den Bienen gesammelten Nektars.

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Über den Autor

Jens Wiese hat zusammen mit Natalie Hauser die Seite Biodukte.de ins Leben gerufen und ist in erster Linie für die technische Betreuung zuständig.

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