Warum sind Bio-Gurken in Plastikhüllen verpackt?

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gurke

Diese Fragen haben wir uns schon oft gestellt (und uns auch darüber geärgert), denn nicht nur Gurken, sondern auch anderes Obst und Gemüse in Bio-Qualität wird oft in Plastik gehüllt, wohingegen das konventionelle Pendant oft „nackt“ gleich daneben liegt. Doch warum ist das so, wenn es doch eigentlich nicht dem Hintergrundgedanken von „Bio“ entspricht?

Der Bayer-1-Umweltkommissar ist dieser Frage nachgegangen und die Antworten sind erstaunlich einfach: Schuld ist die EU Bio Verordnung, die eine klare Unterscheidung von Bio- und Nicht-Biowaren verlangt. Um diese Unterscheidung hinzubekommen und unter allen Umständen eine Verwechslung zwischen den Waren auszuschließen haben sich die Einzelhändler für die Plastikhülle entschieden.

Anders ist es in reinen Bioläden oder an Bio Marktständen. Dort gibt es nur Bio, Verwechslung ausgeschlossen. Hier ist die Folie unnötig.

Aber warum wird gerade das Bio-Produkt in Kunststoff gehüllt und nicht das konventionelle? Auch wenn man die Argumentation mit der Unterscheidung miteinbezieht, hätte man es normalerweise doch andersrum erwartet. Grund hierfür ist, dass nach wie vor mehr konventionelle Gurken als Bio-Gurken produziert und verkauft werden. So fällt beim Verpacken der Bioware in der Summe weniger Plastikmüll an, als bei der Verpackung der konventionellen Ware.

Alternativen, wie etwa Banderolen und Etiketten, haben sich laut dem Handelskonzern REWE in der Vergangenheit nicht bewährt. Diese wurden entweder auf dem Warenweg beschädigt oder bargen die Gefahr das durch Klebstoff und Druckfarben die Qualität der Gurke beeinträchtigt wird.

Die einzige Chance den Plastikwahn bei den Gurken zu beschränken besteht also darin in Bioläden zu kaufen, in denen die Unterscheidung der Waren nicht nötig ist.

Bildquelle: Miss X auf photocase.com

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Über den Autor

Natalie Hauser hat zusammen mit Jens Wiese den Blog zu Biodukte.de ins Leben gerufen. Natalie schreibt gerne Artikel rund um das Thema Bio-Lebensmittel und steht gerne in der "Biodukte-Versuchsküche" :-) Außerdem schreibt sie Rezept für Babybrei und gibt Tipps zum Thema Beikost aufder Webseite http://babybrei-selber-machen.de.

19 Kommentare

  1. Ich denke, es gibt einen ganz simplen Grund: Ein simples Klebe-Etikett lässt sich innerhalb von Sekunden umkleben. Bei Supermärkten, die die Kunden ihr Obst und Gemüse selbst abwiegen lassen, wird durch einen simplen Tastendruck aus dem teuren Bio-Zeug für die Kasse einfache Discount-Ware… Warum 4 statt 1 Euro für 3 Bio-Paprika zahlen, wenn ich als Kunde so schnell und einfach einen 75%-Rabatt kriegen kann?
    Da verpackt der Handel seine Premium-Produkte doch lieber in Folie…

    • Und die Produktion derer ist mehr als doppelt so umweltschädigend bzw. Ressourcenverschwendend.

      Während Plastik zu 100% recycled werden kann, kann „kompostierbarer Plastik“ noch nicht mal zu 100% kompostiert werden.

    • Was ich für eine unbrauchbare Äußerung halte.

      Rohölverpakungen beziehen ihren Status nicht aus ihrer Fähigkeit recycled zu werden, sondern dadurch, das sie giftig sind und von ihrer Herstellung hin bis zu ihrem Einsatz große Umweltprobleme und Gesundheitsprobleme mit sich bringen. Und eine Gurke ist NATUR und Plastik ob einmal oder mehrmal benutz immer noch das selbe,- Gift.
      Die r e l a t i v i e r u n g wertvoller Beiträge im Hinblick darauf, die Urheber von „Unenthischen“ Produkten, dabei noch gut aussehen zu lassen, wird eines Tages als Mittäterschschaft geandet.
      Claude Champignon

    • Und die Produktion derer ist mehr als doppelt so umweltschädigend bzw. Ressourcenverschwendend.

      Während Plastik zu 100% recycled werden kann, kann “kompostierbarer Plastik” noch nicht mal zu 100% kompostiert werden.

  2. was in plastik gepackt ist, zerstört die nahrungsqualitäten enorm und sie sind anfälliger für keime , das muss man doch wissen..überhaupt ist das einpacken in plastik eine gefahr für die naturalien jeglicher art und nicht nur für bio…..die verordnungen sind so dumm das es schon gar nicht mehr auffällt oder sich keiner gedanken macht wieso das so ist oder ob das gut ist…es ist nicht gut denn was in dem plastik an stoffen ist nimmt den nahrungsmittel die natürlichkeit..

    • Juergen Lerch am

      Anni, Du hast wohl nicht richtig gelesen. Die EU-Verordnung sagt aus, dass Bioware zu Kennzeichnen ist um Verwechslung zu vermeiden. Sie sagt NICHT das dies in Plastikfolie geschehen muss. Das ist eine Entscheidung der Händler und nicht der EU …

  3. Wenn ich sehe, was in unserem Bioladen alles in Plastik eingepackt ist, wird mir übel. Auch die 3-er Paprika sind hier eingetütet. Und das, was nicht eingepackt ist, und zu klein oder zu viel ( Zwiebeln, Pilze ect.) um einzeln zu transportieren, kann nur – na in was wohl – Plastiktüten eingepackt werden ganz selten sind Papiertüten am Obststand zu finden und die sind gleich weg. Also ich hab mir Stoofbeitel enäht, kleine aus baumwolle, da tu ich dann die Zwiebeln, pilze ect. rein. Nach der Kasse/Waage natürlich. Bis dahin bin ich konsequent und leg alles einzeln! aufs Band 😉

  4. Regt euch nicht immer über so ne scheiße auf ihr Hippies! Überall is Plaste, egal ob uffe gurke oder am klodeckel. Ihr nehmt evt. migrierende Stoffe auch über die haut auf! Zieht doch einfach in den Wald und esst was ihr dort so findet… Und wenn ihr krank werdet und würmer bekommt kommt ihr einfach wieder zu uns in die stadt!

  5. Welcher Lobbyist hat das denn verfasst??? Wie ich das sehe, besteht die einzige Chance den Plastikwahn bei den Gurken zu beschränken darin … Verantwortliche mit KnowHow und Kreativität an diese Aufgabe zu lassen. Das ist doch ein Witz und klingt einfach nach einer bla, bla Ausrede. Wir entwickeln in Deutschland hochkomplexe Systeme, tausende von Menschen forschen daran, uns nicht schmeckende Lebensmittel schmackhaft zu machen und dann will mir jemand erzählen, dass die Plastik-Hülle die einzige Alternative ist? Und dann soll ich auch noch froh sein, dass nicht noch mehr Müll erzeugt wird, in dem die Hülle um die konventionelle Gurke geschlungen würde. Es ist ja nett, dass ihr hier aufklären wollt, aber dafür noch Verständnis erwarten ist echt zu viel.

  6. Es gibt auch massenhaft konventionelle Gurken in Plastikverpackung, wie man es daran unterscheiden sollte ist mir unklar. Ein kleiner Aufkleber „Bio“ würde genügen. Dass den Betreibern von Bioläden die (mehrdimensionale) Plastikproblematik gar nicht bewusst ist, scheint mir leider auch so… Bio ist leider nicht immer ökologisch oder nachhaltig… Also Korb, Stoffbeutel, Netze selber mitnehmen 😉

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  9. kann mir einer der Bio-Jünger aus dem Stegreif sagen was der Unterschied zwischen einer Bio und einer normalen Gurke ist. Und zwar konkret! Nicht auf wischi waschi Schlagwörtern reduziert wie Ökologisch oder weniger Schadstoffe. Nein ganz konkret. Was rechtfertigt den PReisunterschied und wo ist der Unterschied der Kategorien rechtfertigt wie: „in Bio-Qualität“.

    Mir scheint als würde nur unglaublich viel Geld mit zertifikaten gemacht. Die Richtlinien werden an der selben stelle festgelegt. Was lässt Ökos glauben dass die Verordnungen für konventionelle Ware den Menschen gefahren aussetzt die in der Bio-Verordnung berücksichtigt werden?

    • Das gibt es doch, ganz konkret. Dazu brauche Sie nur die Richtlinien von den Verbänden zu lesen, z. b. von demeter. Und dann können Sie nachlesen, welche Methoden und Mittel in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden. Dann haben Sie die konkreten Unterschiede, und Fragen bleiben eigentlich nicht offen. Es geht ja hier nicht um das Siegel. Das Gemüse aus einem Garten vom Nachbarn ist auch „bio“, wenn er es entsprechend nicht behandelt, und jede frei wachsende Pflanze in der Natur auch, wenn sie nichts von einem nahem Feld abbekommt. Haben Sie das mal gesehen, wenn ein Feld mit Glyphosat besprüht wird? Und das wollen Sie dann essen? Und solche Stoffe werden z. B. in der Muttermilch nachgewiesen. Die kommen nicht durch die bio Landwirtschaft in den Kreislauf, oder was dachten Sie? Nur wer seine Augen vor solchen Tatsachen verschließt, kann solche Fragen stellen.

      Prinzipiell kaufe ich meine Gurken unverpackt. In einem Bio Laden oder Bio Supermarkt habe ich damit kein Problem. In anderen Geschäften werden sie nicht gekauft, das ist ziemlich einfach.

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