Bio ist nicht gleich Bio – Unterschiede zwischen dem EU-Öko-Siegel und den Bio-Anbauverbänden

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Viele Verbraucher sind verwirrt angesichts der vielen Bio-Siegel, die es derzeit auf dem Markt gibt. Auf Biodukte.de findet ihr daher unter dem Menüpunkt „Siegel“ eine Übersicht der verschiedenen Siegel.

Bio-Siegel

Wir möchten zusätzlich im Folgenden noch einmal kurz auflisten, wo genau die Unterschiede zwischen den verschiedenen Siegeln liegen:

Seit 2010 gibt es das europaweit geltende Bio-Logo, das so aussieht und zur Kennzeichnung von Bio-Produkten genutzt werden muss:

U-Bio-Logo

Eine Umfrage aus diesem Jahr hat aber ergeben, dass dieses Logo noch sehr unbekannt bei den Verbrauchern ist, gerade einmal 5 % der Befragten haben das Logo schon einmal gesehen und wissen was es bedeutet, wir haben Anfang Juni bereits darüber berichtet. Daher nutzen viele Hersteller freiwillig und zusätzlich noch das deutsche Bio-Siegel, um ihr Bio-Produkte zu kennzeichnen

deutsches Bio-Logo

Zusätzlich zu diesen zwei Bio-Siegeln, die in Deutschland Standard sind und damit die „Mindestqualität“ festlegen, gibt es noch weitere Siegel der einzelnen Anbauverbäde, deren Richtlinien z.T. über die Bestimmung der EU-Ökoverordnung hinaus gehen. Wer etwas mehr „Bio“ möchte, „Premium-Bio“ sozusagen, sollte also zu Produkten folgender Anbauverbände greifen:

  • Demter
  • Bioland
  • Biopark
  • Naturland
  • Ecovin
  • Gäa – ökologische Landwirtschaft verbindet Genuss und Qualität

Die Siegel unterscheiden sich zum Beispiel in folgenden Punkten:

Unterscheidung EU-Bio-Logo Anbauverbände
Biologische Bewirtschaftung Teilumstellung des Betriebes möglich, es werden also auch konventionelle Nahrungsmittel in diesem Betrieb verarbeitet. Betriebe, die nur biologische Produkte anbauen und verarbeiten.
Futtermittel Bei Kühen, Schafen und Ziegen ist ausschließlich Bio-Futter erlaubt. Bei Schweinen und Geflügel sind max. 5 % konventionelles Futter erlaubt. Die eigene Produktion des Futters ist erwünscht, aber keine Pflicht. Ausschließlich Bio-Futter ist erlaubt (bis auf sehr wenige Ausnahmen bei einzelnen Siegeln). 50 % des Futters muss vom eigenen Hof stammen.
Tieranzahl Begrenzt auf 230 Hennen, 580 Hähnchen oder 14 Mastschweine pro Hektar und Jahr. Begrenzt auf 140 Hennen, 280 Hähnchen oder 10 Mastscheine pro Hektar und Jahr.
Rohstoffe Müssen der EU-Ökoverordnung entsprechen, können dann aber aus China oder den USA stammen. Rohstoffe sollten möglichst aus dem gleichen Anbauverband genutzt werden, die Verbände können aber auch untereinander „tauschen“.
Zutaten Natürliche Aromen sind zugelassen. Ein Lebensmittel bekommt das EU-Siegel wenn es zu 95 % aus biologischen Zutaten herstellt ist. Zusatzstoffe wie z.B. Nitritpökelsalz und Zitronensäure sind beschränkt zugelassen. Demeter erlaubt keine Verwnedung von Aromen, Bioland und Naturland in speziellen Fällen. Das Lebensmittel muss zu 100% biologisch sein, um ein Siegel des Anbauverbandes zu bekommen. Zusatzstoffe wie Nitritpökelsalz ist z.B. bei Demeter nicht zugelassen. Verarbeitungshilfsstoffe sollen möglichst wenig zum Einsatz kommen.

 

Die Anbauverbände haben also gerade im Bereich der Tierhaltung sowie Herkunft der Futtermittel und Rohstoffe strengere Auflagen.

 

Quelle: Informationsblatt „BIO: Worauf Sie sich verlassen können und wio die Unterschiede liegen“ – von [ECHT BIO.]

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Über den Autor

Natalie Hauser hat zusammen mit Jens Wiese den Blog zu Biodukte.de ins Leben gerufen. Natalie schreibt gerne Artikel rund um das Thema Bio-Lebensmittel und steht gerne in der "Biodukte-Versuchsküche" :-) Außerdem schreibt sie Rezept für Babybrei und gibt Tipps zum Thema Beikost aufder Webseite http://babybrei-selber-machen.de.

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