Genmanipulierter Raps lässt sich nicht mehr einfangen

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Was passiert wenn wir in das Erbgut einer Pflanze eingreifen und diese dann wieder in der Umwelt frei setzen? Was sich nach einem riesigen unkontrollierten Experiment anhört passiert derzeit weltweit. Bereits seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wird gentechnisch manipuliertes Getreide aber auch zum Beispiel Raps angebaut.

Dabei wurde meistens beschwichtigt, die entsprechenden Felder seien gut von der Umwelt abgeschirmt, eine Vermischung mit normalen Pflanzen nahezu ausgeschlossen. Das dem aber nicht so ist zeigt nun eine beunruhigende Studie von TestBioTech. Diese hat untersucht, wie sich transgene Rapssorten weltweit verbreitet haben und das diese inzwischen auch nicht mehr aus der Umwelt entfernt werden können.

So wurden zum Beispiel auch in der EU, wo ein Anbau von genmanipuliertem Raps bis heute nicht erlaubt ist, Verunreinigungen bei natürlichem Raps gefunden. Dieser wies in wenigen Fällen Erbgut einer Rapssorte der Firma Bayer auf, welche bereits 2007 ihre Zulassung verloren hat. Mögliche Gründe für die Verunreinigung sind zum Beispiel Transport- und Lagerwege der Samen, aber auch experimentelle Anbauflächen in Deutschland. Die Pflanzen verbreiten sich also weiter und kreuzen sich mit den heimischen Sorten und tragen so auch die Erbgutmanipulationen von Generation zu Generation weiter. 

In Canada ist zum Beispiel schon fast der gesamte Rapsanbau mit transgenem Erbgut versetzt, ob wohl dieser offiziell nur in drei Provinzen angebaut wird. In den USA ist fast der gesamte Raps, der wild entlang von Straßen und Transportrouten wächst, transgen. Alte Pflanzen konnten sich gegenüber diesen Sorten nicht halten.

In Deutschland konnten Untersuchungen zeigen, dass die Experimente mit transgenem Saatgut nahezu unkontrolliert stattfanden. So Versuchsfelder mit einem Abstand von nur 100-200 Meter zu herkömmlichen Anbauflächen angelegt, eine Überwachung außerhalb der Anbaufläche fand nicht statt und auch Imker wurden nicht über die Versuchsflächen informiert.

Auch heute finden sich in Deutschland und der EU noch immer Verunreinigungen in der Rapsernte. Die EU rechnet derzeit damit, dass diese auch noch die nächsten 5 Jahre bestehen wird.

ImageCredits: Falk S. / photocase.com

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Über den Autor

Jens Wiese hat zusammen mit Natalie Hauser die Seite Biodukte.de ins Leben gerufen und ist in erster Linie für die technische Betreuung zuständig.

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