Gegen das nutzlose Töten: Initiative „Rette meinen Bruder“ (Update)

0

bruderhahn.de_Bruderhahn_Initiative_Deutschland_BID_Projektplan_download.pdf

Es ist ein Fakt, den kaum einer in Deutschland kennt und den man sich auch kaum vorstellen mag. Jedes Jahr werden mehrere Millionen Küken in Deutschland getötet, nur weil Sie das falsche Geschlecht haben.

Worum geht es? In Deutschland werden jedes Jahr 10,6 Milliarden Eier gekauft und verbraucht. Gelegt werden diese von über 36 Millionen deutschen Hennen, die speziell auf eine hohe Legeleistung hin gezüchtet wurden. Dies ist nicht nur im konventionellen sondern auch im Biobetrieb so.

Doch wie beim Menschen auch, hat die Natur auch bei den Hühnern auf eine Gleichverteilung der Geschlechter geachtet. Das heißt es gibt auch 36 Millionen Hähne aus dieser Aufzucht. Zumindest theoretisch. Denn praktisch werden diese Hähne sofort nach der Geburt getötet, da sie nutzlos sind. Durch die besondere Züchtung (hohe Legeleistung) kann der Hahn nicht mit den normalen Masttieren mithalten und liefert einen zu geringen Ertrag.

Deshalb werden diese Tiere nach dem Schlüpfen aussortiert und getötet.

Diesem nutzlosen Töten will sich nun die Bruderhahn Initiative Deutschland (BID) entgegen stellen. Ihr Plan ist so einfach wie genial: Die Eier der Hennen werden mit einem Aufpreis von 4 Cent abgegeben. Damit hat eine Henne zum Ende ihrer Legeperiode (ca. 250 Eier) die Aufzucht und Vermarktung ihres „Bruders“ mitfinanziert.

Dabei geht es den Brüdern nicht schlechter als ihren Bio-Schwestern. Sie werden Bioland oder Demeter zertifiziert aufgezogen, leben antibiotkafrei und erhalten 100% Bio-Futter. Also kein schlechter Deal, weder für die Hähne noch für unsere Geldbeutel. Diese vier Cent pro Ei lohnen sich also wirklich, zumal auch das verkaufte Bruderhahn-Fleisch garantiert antibiotikafrei ist.

Da die Initiative noch am Anfang steht ist es bisher nicht möglich die Bruderhahn Eier im Handel zu erwerben. Dies soll aber bald der Fall sein. Die Bruderhahn-Eier sind bereits im im Handel, erhältlich allerdings zur Zeit nur im Raum Erfurt, Göttingen und Hamburg. Ab Januar 2014 wird es die Produkte auch in Süddeutschland geben. So lange kann man sich auf http://bruderhahn.de noch einmal alle Informationen zur Initiative anschauen.

Teilen.

Über den Autor

Jens Wiese hat zusammen mit Natalie Hauser die Seite Biodukte.de ins Leben gerufen und ist in erster Linie für die technische Betreuung zuständig.

Hinterlasse einen Kommentar