Der Preiskampf bei Bio-Eiern und was wir dagegen unternehmen können

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Eine aktuelle Studie zeigt: Im vergangenen Jahr ist der Absatz von Bio-Eiern in Deutschland um sieben Prozent eingebrochen. Und das bei fast allen Vertriebswegen, egal ob in der Direktvermarktung, im Supermarkt oder beim Discounter. Nur der Bio-Fachhandel konnte um ein Prozent wachsen. Gleichzeitig gibt es ein Überangebot an Bio-Eiern auf dem deutschen Markt.

Dem begegnen die Discounter nun mit einer interessanten Strategie. Sie senken die Preise weiter und bringen das Bio-Ei damit in ein Marktsegment, in dem es mit konventionellen Eiern aus Freilandhaltung konkurriert. Mit knapp über 2 Euro ist man bei Aldi und Co. also für einen 10er Packung Bio-Eier dabei. Im Bio-Fachhandel zahlt man für die Packung Eier hingegen deutlich über drei Euro. Von der Qualität sind beide Angebote gleichwertig.

Gleichzeitig fragt man sich natürlich auch als Kunde, warum man nun das teure Bio-Eier im Bioladen kaufen soll und nicht das Bio-Ei vom Discounter. Eine Frage, die man nur für sich selbst beantworten kann und für die man die Werte und Ideen hinter dem Bio-Begriff im Kopf haben sollte. Denn hier geht es nicht nur darum, dass die Tiere, die diese Eier produzieren nach klar definierten Regeln gehalten werden, sondern auch darum, dass kleine und regionale Betriebe langfristig gestärkt werden. Das geht nur, wenn alle Beteiligten, also Hersteller, Händler und auch Verbraucher den Wert von Bio-Eiern verstehen und akzeptieren.

Und so wird dieser Preiskampf in erster Linie auf dem Rücken der Erzeuger ausgetragen. Diese müssen sich, ähnlich wie schon bei der Milch dem Druck des Marktes beugen, denn bei Discountern und Vollsortiment-Supermärkten werden die größten Mengen umgesetzt. Von der Belieferung regionaler Bioläden kann kaum ein Landwirt leben.

Die Macht dieses Preisgefälle aufzuhalten und regionale Produzenten zu unterstützen haben letzten Endes wir als Verbraucher. Wir können uns bewusst gegen Discount-Bio aussprechen und über den Kauf direkt im Hofladen oder Biomarkt den Erzeuger vor Ort stärken.

Image Credits: suze @ photocase.com

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Über den Autor

Jens Wiese hat zusammen mit Natalie Hauser die Seite Biodukte.de ins Leben gerufen und ist in erster Linie für die technische Betreuung zuständig.

1 Kommentar

  1. Ich bezweifele stark die Aussage „Von der Qualität sind beide Angebote gleichwertig.“ Beim Discounter finde ich nur Eier nach EG-Bioverordnung. Daselbe gilt für viele Supermärkte und selbst einige Bioläden. Die EG-Bioverordnung ist aber gerade bei der Legehennenhaltung nicht sehr weitgehend. Die Eier kommen dann oft aus Großbetrieben. Nicht selten sagt dann der Discounter oder Supermarkt zu seinem konventionellen Landwirt mit (sagen wir mal) 150.000 Hennen: Jetzt brauch ich auch Bio-Eier und dann holt der sich noch ein paar zehntausend Bio-Hühner in „Ställen“ a 3.000 Stück – die zum Teil in einem Gebäude liegen.

    Ich achte daher beim Eierkauf ganz gezielt auf die Logos der Anbauverbände Bioland, Demeter und Naturland und darauf, dass mir der Bioladen erklären kann, von welchem Hof die Eier kommen. Nachfragen hilft da gewaltig!

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