Nach Unwettern im letzten Jahr: (Bio-)Dinkel wird knapp

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Neulich bei uns in der Redaktion:

Hast du Dinkel Weckle mitgebracht?

Es gibt keine Dinkel Weckle mehr. Zumindest nicht bis zur nächsten Ernte?

Wie es gibt keine Dinkel Weckle mehr?

Kann das sein? Wieso gibt es bei unserem Bäcker bis zur nächsten Ernte keine Dinkel Wecken mehr? Leicht verwirrt mache ich mich an die Recherche. Und siehe da, nicht nur unser Bäcker scheint Probleme mit dem Dinkel Nachschub zu haben. So meldet die „Freie Presse Sachsen“ dass der Dinkel in Deutschland für dieses Jahr praktisch aufgebraucht ist. Statt 400-500 Euro pro Tonne Mehl muss man derzeit als Bäcker vierstellige Beiträge zahlen, wenn man überhaupt noch etwas bekommt.

Ein Grund hierfür ist unter anderem die geringe Anbaumenge des Getreides bei uns in Deutschland. Auf gerade einmal 18.000 Hektar wird Dinkel angebaut. Weizen zum Vergleich wächst auf über 3 Millionen Hektar. Der Dinkel ist damit ein echtes Nischenprodukt. Die Anbauflächen für Bio-Dinkel liegen noch einmal niedriger.

Schuld an dieser Lage sind aber nicht nur die Landwirte, die zu wenig Dinkel angebaut haben sondern auch das Wetter. Das zumindest teilen uns die Verarbeiter mit. So wird zum Beispiel Naturata das Sortiment der Dinkelnudeln bis zur nächsten Ernte anpassen und die Preise anheben müssen. Der Dinkel hat für die Nudelproduktion hat nach Unwettern im Herbst 2013 häufig nicht die richtige Qualität. Ähnliches meldet auch der Biolandhof Moser auf seiner Webseite.

Diese Engpässe treffen besonders Menschen mit einer Weizenunverträglichkeit die bisher auf Dinkelprodukte ausweichen konnten. Eine Alternative bei Gluten-Unverträglichkeit ist Dinkel jedoch nicht, da Gluten auch in diesem Getreide vorhanden ist.

Eine Verbesserung der Situation kann leider erst mit der nächsten Ernte im September erwartet werden.

ImageCredits: © womue – Fotolia.com

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Über den Autor

Jens Wiese hat zusammen mit Natalie Hauser die Seite Biodukte.de ins Leben gerufen und ist in erster Linie für die technische Betreuung zuständig.

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