E-Book oder Papierbuch? Was ist umweltfreundlicher?

5

Bei uns in der Biodukte Redaktion haben wir in den letzten Monaten alle den Umschwung gemacht. Weg vom Papierbuch, hin zum E-Book, also dem Buch in Form eines Tablet Computers. Erst vor kurzem kam dann aber die Frage auf: Was ist eigentlich umweltfreundlicher? Das Papier-Buch oder doch eher das elektronische Buch? Ein Thema über das man wirklich lange diskutuieren kann, denn während ein Papierbuch gut zu recyceln ist, fallen beim e-Book kaum Transport Emmisionen an. Dafür ist die Produktion des e-Book Readers aber extrem energieintensiv.

Wir haben deshalb einmal etwas recherchiert und festgestellt, dass wir nicht die ersten sind, die sich mit dieser Frage beschäftigen. Schon im letzten Jahr hat die Wirtschaftswoche zu diesem Thema recherchiert. Und die Antwort damals lautete: Es kommt drauf an!

  • Die Produktion eines iPads verbraucht etwa 15 Kilogramm Mineralien, 300 Liter Wasser und 100 Kilowattstunden Strom.
  • Die Produktion eines Buches hingegen benötigt 0,3 Kilo Mineralien, neun Liter Wasser und gerade einmal 2 Kilowattstunden Strom

Bis hierhin führt also das einzelne Buch um Längen. Spannend wird es nun wenn mehr als ein Buch gelesen wird.

  • Bestellt man sein Papierbuch bei Amazon so entstehen dafür und für den Transport noch einmal Treibhausgase die etwa halb so hoch sind wie die zur Produktion des Buches. Fährt man für jedes Buch zum Buchhändler erhöht sich der CO2 Ausst0ß noch einmal.
  • Das digitale Buch hat hier Vorteile, in seiner Produktion und Verteilung entstehen kaum Treibhausgase.

Verrechnet man diese Faktoren und die verbrauchten Rohstoffe miteinander, so ist das iPad dem normalen Buch ab etwa dem 40. bis 50. Buch überlegen. Nimmt man die Treibhausgase hinzu so gewinnt das iPad ab dem einhundertsten gelesenen Buch.

Damit hat die digitale Version wirklich nur für Vielleser die Nase vorne. Wenn ein iPad oder Kindle etwa 3-4 Jahre funktioniert macht das 25 Bücher pro Jahr. Das kann man vielleicht sogar schaffen. Wer hingegen unter diesem Schnitt liegt, der sollte doch beim Papierbuch bleiben.

Image Credits: © Eisenhans – Fotolia.com

Teilen.

Über den Autor

Jens Wiese hat zusammen mit Natalie Hauser die Seite Biodukte.de ins Leben gerufen und ist in erster Linie für die technische Betreuung zuständig.

5 Kommentare

  1. Hallo,

    der Beitrag ist gut, jedoch noch zu kurz gedacht. Es geht nämlich nicht nur um Energie-, Wasser- und Plastikverbrauch und Strom. In jedem E-Book-Reader wie auch in jedem Handy/Smartphone stecken Edelmetalle wie z. B. Gold, Platin, seltene Erden und diese Ressourcen sind begrenzt. Sie wachsen nicht nach oder zumindest entstehen sie in Äonen nicht in Jahrzehnten. Bin zwar selbst keine Expertin für dieses Thema, habe ich jedoch vor kurzem eine Vortragszusammenfassung in meinem Blog veröffentlicht: http://www.silkebicker.de/2014/02/wertschoepfungskette-mobiltelefon-liste/

    Daher denke ich, dass man lieber Bücher aus Papier lesen sollte. Man muss ja nicht jedes Buch, dass man nicht mehrmals lesen will, wegwerfen. Man kann unter Freunden Büchertauschparties veranstalten, sie in Buchregalen hinterlassen, an Gemeinde- und Hospitalbibliotheken verschenken, im Verwandtenkreis weitergeben…

    Grüße
    Silke Bicker

  2. Karlheinz Sieber am

    Ich finde in dem Artikel wurde schon sehr kurz gedacht.
    Was in dem Artikel gar nicht berücksichtigt wurde dass ein Buch auch mehrfach gelesen werden kann.
    Das Buch kann weitergegeben und viele Jahre benutzt werden ohne hierfür noch CO2 zu verursachen.
    Ich denke auch, dass jeder von uns irgend einmal an einem Buchhändler vorbeikommt und dass man sein preisgebundenes Buch auch besser bei einem Buchhändler anliefern lassen sollte, dann ist die CO2 Bilanz nicht so schlecht und ich komme noch unter Menschen.
    Wo kaufen Sie denn Ihr Buch? Geht das CO2 neutral übers Internet?
    Das herunterladen eines Buches braucht genauso Energie und verursacht CO2 wie das bereitstellen auf den Servern der Anbieter. Jedes umblättern verbraucht Strom.
    Warum wollen Sie denn ein Buch recyceln?
    Verschenken Sie es doch einfach.
    Ich werde weiter gebundene Bücher lesen und wenn möglich in der Bücherei ausleihen.
    Ich kann neben der unbegrenzten Verfügbarkeit(weltweit beinahe überall herunterzuladen) und dem geringen Gewicht keinen Vorteil eines E-Books gegenüber dem guten alten Papierbuch erkennen. Das Papierbuch verbraucht keinen Strom beim Lesen.

  3. Pingback: Papierbuch oder E-Lesegerät – was ist umweltfreundlicher? | Umwelt-PRUmwelt-PR

Hinterlasse einen Kommentar