Schwitzt du schon oder benutzt du noch einen Antitranspiranten?

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Die Umstellung von einem Antitranspiranten auf ein Bio Deo ist nicht ganz einfach, hier spreche ich aus Erfahrung. Trotzdem ist es eine Umstellung, die sich lohnen kann. Schon der Gesundheit zuliebe.

Doch zuerst noch einmal zurück zu der Frage, was Antitranspiranten eigentlich sind. Antitranspiranten haben eine schweißhemmende Wirkung und verhindern dadurch das eigentlich natürliche Schwitzen. Die enthaltenen Aluminiumsalze verschließen die Schweißdrüsen unter den Achseln bzw. regulieren die Produktion von Schweiß.

So weit so gut und eigentlich auch ganz praktisch, zumal man damit keine Schweißflecken mehr auf der Kleidung hat und sich peinliche „Schweiß-Situationen“ im Beruf und Privatleben erspart. Die Unbedenklichkeit solcher aluminiumhaltiger Deos wird in letzter Zeit aber immer häufiger diskutiert. Aluminiumsalze stehen im Verdacht an der Entstehung von Krankheiten wie Brustkrebs oder Alzheimer beteiligt zu sein. Bisher fehlt es leider jedoch an stichhaltigen Ergebnissen zur Aluminiumaufnahme über die Haut, da auf diesem Gebiet schlicht und einfach in der Vergangenheit zu wenig geforscht wurde. Der Verdacht ist bisher also nicht wissenschaftlich belegt.

Wissenschaftlich belegte Ergebnisse gibt es jedoch über die Aufnahme von Aluminium über Nahrungsmittel. Ein Artikel des Bundesinstituts für Risikobewertung beschreibt nicht nur den hier geltenden Grenzwert sondern klärt auch über die Aufnahme auf: 

Für einen 60 kg schweren Erwachsenen gilt damit eine systemisch verfügbare Dosis von 8,6 hgg. pro Tag als unbedenklich […] Das Bundesinstitut für Risikobewertung (Befr.) hat die geschätzte Aluminiumaufnahme aus Antitranspiranten bewertet. Dazu wurden die aus experimentellen Studien ermittelten Daten zur dermalen Aufnahmemenge von Aluminium aus Antitranspiranten für gesunde sowie für geschädigte Haut zugrunde gelegt. Die errechneten systemischen Aufnahmemengen liegen für die gesunde Haut mit rund 10,5 μg über den 8,6 μg pro Tag, die für einen 60 kg schweren Erwachsenen als unbedenklich angesehen werden. Sie liegen damit bei täglichem Gebrauch über der tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmemenge der EFSA. Die Werte für geschädigte Haut, beispielsweise Verletzungen durch eine Rasur, liegen um ein Vielfaches darüber. Somit wird allein durch die tägliche Benutzung eines aluminiumhaltigen Antitranspirants der TWI möglicherweise komplett ausgeschöpft.

Wer also aluminiumhaltige Deos nutzt, erreicht bereits den Grenzwert bzw. überschreitet ihn. Hinzu kommt noch die Menge, die wir ebenfalls unwissentlich über Lebensmittel, Verpackungen wie z.B. Alufolie oder aluminiumhaltiges Kochgeschirr zu uns nehmen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät daher dazu, die individuelle Aluminiumzufuhr zu reduzieren. Das österreichische Gesundheitsministerium geht sogar noch einen Schritt weiter und rät dazu vorsorglich auf aluminiumhaltige Antitranspiranten komplett zu verzichten, bis es detailliertere Forschungsergebnisse gibt.

Und an diesem Punkt kommen Bio Deos in Spiel. Sie bestehen aus natürlichen Inhaltsstoffen und enthalten keine Aluminiumsalze. Der Umstieg auf ein solches Deo ist ratsam, auch wenn ihr den Unterschied erst mal deutlich merken werdet, da ihr einfach wieder mehr unter den Achseln schwitzt. Schweiß gibt es also, aber die Bio-Deos helfen trotzdem gegen den unangenehmen Körpergeruch.

Die Stiftung Warentest schreibt zu ihrem aktuellen Deo Test:

Das Ergebnis: Für einen guten Schutz gegen Achselgeruch bedarf es keiner Aluminiumsalze. Von 24 getesteten Sprays schneidet die Hälfte gut ab, darunter auch vier Produkte ohne Aluminium­chlorhydrat.

Wir von Biodukte.de können euch zum Beispiel die Deos von Alverde empfehlen. Eine große Auswahl von Bio Deos gibt es auch bei Eccoverde.

Wir freuen uns über eure Meinung:
Was ist euch wichtiger? Eure Gesundheit oder der Verzicht auf Schweißflecken?

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Über den Autor

Natalie Hauser hat zusammen mit Jens Wiese den Blog zu Biodukte.de ins Leben gerufen. Natalie schreibt gerne Artikel rund um das Thema Bio-Lebensmittel und steht gerne in der "Biodukte-Versuchsküche" :-) Außerdem schreibt sie Rezept für Babybrei und gibt Tipps zum Thema Beikost aufder Webseite http://babybrei-selber-machen.de.

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