Superfood Blumenkohl: Warum dieser Klassiker immer wieder ein wohltuender Genuss ist

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Blumenkohl ist ein faszinierendes Gemüse, daher haben wir hier einen kleinen Ratgeber zusammen gestellt mit den wichtigsten Informationen, Tipps & Rezepte rund um Blumenkohl & Romanensco. Damit ihr nicht den Überblick verliert, gibt es hier ein kleines Inhaltsverzeichnis:

Wo kommt Blumenkohl eigentlich her?

Blumenkohl ist in Europa seit dem Mittelalter bekannt und zuerst in Italien angebaut worden. Kreuzritter hatten Samen der Pflanze aus Kleinasien mit nach Italien gebracht, von wo aus sie sich über Europa verbreitete. Wo sie genau herstammt, ist nicht bekannt. Fachleute tippen auf Ägypten, die Türkei oder Zypern. Heute ist Blumenkohl auf der ganzen Welt zu finden. Die Urform der Pflanze, Brassica oleracea var. silvestris, ist überraschenderweise nicht weiß, sondern gelblich-orange bis grün oder sogar violett. Das Weiß entstand, indem die Farbe herausgezüchtet wurde, weshalb, ist unklar. Inzwischen geht der Trend wieder hin zu den farbigen Varianten. Blumenkohlsorten gibt es in großer Zahl; Dem entsprechend groß ist die Farbpalette. In so gut wie allen botanischen oder sonstigen Beschreibungen wird Blumenkohl zusammen mit Brokkoli oder der in Rom entwickelten Zuchtform Romanesco genannt, weil alle eng miteinander verwandt sind. Der Romanesco ist als Kreuzung aus Blumenkohl und Brokkoli entstanden. Wichtigste Anbaugebiete für Blumenkohl sind Italien, Spanien, Frankreich, die Niederlande, Belgien, Polen und Deutschland. Blumenkohl hat im Deutschen eine Vielzahl von Namen bis hin zu „Käsekohl“, vielleicht, weil er gerne mit Käsesahnesauce gegessen wird. Die Österreicher nennen ihn Karfiol.

Gemüse-Mathematik: Blumenkohl und Romanesco mit Fibonacci zu tun haben

Der Sonderfall Romanesco ist eine der Pflanzenarten, die ein enges Verhältnis zur Mathematik haben. Der Kopf, eigentlich die Blüte der Pflanze, besteht aus vielen Röschen, die fraktale Strukturen aufweisen – jedes der Röschen ist so aufgebaut wie der „Kopf“ im Ganzen -, und er zeigt klar erkennbar sogenannte Fibonacci-Spiralen, eine mathematische Besonderheit, die für bestimmte Rechenoperationen von Interesse ist. Abgesehen davon sind alle Blumenkohlsorten sehr gesund. Sie haben einen hohen Vitamin-C-Gehalt. Würde er nicht auch noch etwas anderes essen, so würden 200 Gramm Blumenkohl ausreichen, um den Tagesbedarf eines Menschen von 100 mg Vitamin C zu decken. Dazu kommt ein hoher Gehalt an Calcium, rund 115 mg je üblicher Portion beim Essen, was wichtig ist für den Knochenbau und die Zähne. Ebenso wenig zu verachten sind die enthaltenen Mengen an Eisen, Magnesium, Kalium, Folsäure, Karotin und Phosphor, sowie die seltenen Spurenelemente Zink, Kupfer, Jod, Fluor und Chrom. Der Kreuzblütler verfügt außer Vitamin C auch über geringere Mengen der Vitamine B3, B5 und B6. Dunklere Sorten haben mehr Vitamine als weiße. 100 g des Kohls enthalten im Schnitt nur 0,45 g Fett, also sehr wenig, darüber hinaus 4,11 g Kohlenhydrate und 1,84 g Eiweiß. Der hohe Calciumgehalt macht ihn für Verbraucher mit Laktoseinoleranz und für Veganer interessant. Eine Besonderheit des Blumenkohls ist, dass er Brustkrebs, Blasenkrebs, Darmkrebs und Prostatakrebs vorbeugen soll. Nebenbei gehört er zu den extrem kalorienarmen Gemüsen. Nicht mehr als 25 Kalorien stecken in 100 Gramm davon. Deshalb und weil er viele Ballaststoffe enthält, ist er, wenn schonend zubereitet, hervorragend zum Abnehmen geeignet. Außerdem ist er wegen seiner vorzüglichen Inhaltsstoffe und seiner guten Verdaulichkeit bestens als Krankenkost einsetzbar.

Blumenkohl-Saison von April bis Juni

Hierzulande von April bis Juni im eigenen heimischen Garten gepflanzt, ist Blumenkohl nach acht bis zwölf Wochen erntereif. Im Handel ist Blumenkohl aber inzwischen ganzjährig erhältlich. In Deutschland liegt die Haupt-Erntezeit professioneller Anbaubetriebe zwischen Mai und Oktober. In den anderen Monaten des Jahres wird es sich häufig um importierte Ware handeln. Blumenkohl zu kaufen (und zu genießen) lohnt sich nicht nur, weil er so gesund ist und gut schmeckt. Es lohnt sich auch finanziell. Ein durchschnittlich großer Kopf ist häufig schon ab etwa 1,50 Euro zu haben. Wer sich etwas besonders Gutes tun und sein Gemüse bei einem Händler seines besonderen Vertrauens kaufen will, wird etwas mehr ausgeben müssen, weiß dann aber, was er hat. Blumenkohl lohnt sich das ganze Jahr über!

So erkennt man ob der Blumenkohl noch frisch ist

Wie bei den meisten Gemüsen, die nicht speziell zur längeren Lagerung über den Winter gedacht sind, empfiehlt es sich, Blumenkohl relativ rasch zu verbrauchen. Ist er ganz frisch, kann er gut zwei, drei, vielleicht auch vier Tage im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden. Länger sollte die Lagerdauer auf keinen Fall sein, denn dann nimmt er schnell eine kaugummiartige Konsistenz an, die ihn nicht mehr besonders attraktiv erscheinen lässt. Außerdem verliert er natürlich je länger je mehr von seinen Vitaminen. Auf keinen Fall darf er vor dem Aufbewahren im Gemüsefach gewaschen werden. Er fängt sonst schnell zu schimmeln an. Vor dem Einlagern empfiehlt es sich, die äußeren Blätter zu entfernen. Ob man den Kopf mit Folie umwickeln soll, wie gelegentlich vorgeschlagen wird, ist Ansischtssache. Auf überflüssiges Plastik kann getrost verzichtet werden, wenn das Gemüse ohnehin nur wenige Tage aufgehoben wird. Eher ist zu empfehlen, den Kohlkopf in Küchenpapier einzuschlagen. Plastik schadet der Umweltl – Küchenpapier ist kompostierbar! Geschmacklich ist Blumenkohl ganz frisch am besten, so lange er richtig fest und knackig ist. Beim Einkauf ist es einfach, frischen von altem Blumenkohl zu unterscheiden. Frisch ist er ganz geschlossen und zeigt keine Spalten oder Lücken im Kopf. Das „Fleisch“ ist sogar ziemlich hart. Vor allem aber ist frischer Blumenkohl strahlend weiß oder allenfalls leicht gelblich / cremefarben. Das gilt aber natürlich nur für weißen Blumenkohl. Bei anderen farblichen Varianten ist darauf zu achten, dass die Farben klar sind und keine Flecken aufweisen. Bei der weißen Variante sind Flecken ein deutliches Zeichen dafür, dass der Kohlkopf alt oder von einer Krankheit geschädigt ist. Schwarze „Tupfen“ deuten auf Schimmelbildung hin. Ein solcher Blumenkohl wird am besten entsorgt. Dass ein Kopf seine beste Zeit hinter sich hat, ist auch daran zu erkennen, dass das Strunkende trocken und verfärbt ist. Der Kopf sollte möglichst komplett von den ihn umhüllenden Blättern umgeben sein (was die Beurteilung des Kopfes insgesamt natürlich etwas schwierig macht). Sind sie schon relativ weit geöffnet, kann von frisch nicht mehr die Rede sein.

Blumenkohl zubereiten: Purist und gleichzeitig vielseitiger Verwandlungskünstler

Blumenkohl hat, wenn’s ans Kochen und Essen geht, zwei gegensätzliche Eigenschaften: Am Wohlsten fühlt er sich „pur“, ohne irgend welchen „Schnickschnack“. Einfach nur in leicht gesalzenem Wasser kochen – fertig. Auf diese Weise behält er seine wertvollen Inhaltsstoffe am besten, zumal, wenn auf eine kurze Garzeit geachtet wird, so dass die Röschen noch bissfest sind. Noch besser, was den Erhalt der Vitamine angeht, ist es, wenn die Kohl-Röschen gar nicht ins Wasser kommen, sondern in einem Dämpfeinsatz über dem kochenden Wasser gedämpft werden. Die Garzeit ist dann einige wenige Minuten länger, aber nicht viel. Es lohnt sich, gelegentlich mit einem spitzen Messer zu probieren. Blumenkohl wird schnell von einem Augenblick zum Nächsten weich – zu weich unter Umständen, und das ist dann schade. Dämpfen ist neben Kochen auf jeden Fall die gesündeste Art der Zubereitung. Auch der typische milde Eigengeschmack bleibt dabei am besten erhalten.
Andererseits eignet sich dieses Superfood für Zubereitungen ganz unterschiedlicher Art. Gesalzene Butter und leicht gebräunte Semmelbrösel passen ebenso gut zu ihm wie – siehe oben – eine leckere Käse-Sahne-Sauce. Blumenkohl kann ebenso gut gebraten und sogar frittiert werden, und in einem Gratin oder sonstigen Auflauf ist er stets ein willkommener Begleiter. Außerdem kann er roh gegessen werden. Manche Menschen bevorzugen ihn sogar auf diese Art. Mit einer leckeren Soße angemacht, gibt Blumenkohl einen prima Rohkost-Salat ab. Ein Joghurt-Dipp passt in diesem Fall sehr gut. An der bekömmlichkeit des Gemüses ändert sich nichts, egal ob roh oder gegart.

Blumenkohl-Rezepte für Genießer

Blumenkohl hat einen besonderen Voreil: Er ist schnell gar. Ein Essen mit Blumenkohl, der auf englisch den putzigen Namen „Cauliflower“ trägt, ist in null-komma-nichts fertig.

1) Brandeiliges für Suppenkasper: Blumenkohlsuppe mit SahneZutaten für vier Personen:

  • 1/2 Blumenkohlkopf
  • 1 1/2 l milde Gemüsebrühe
  • 1 EL Mehl
  • 100 ml Sahne
  • Muskatnuss
  • Pfeffer
  • 1 Eigelb pro Person, je nach Geschmack. Eiweiß anderweitig verwenden

Zubereitung:
Blumenkohl in Röschen zerlegen und in der Gemüsebrühe zehn bis fünfzehn Minuten köcheln, bis sie gar sind. Für die Suppe dürfen sie gerne etwas weicher sein als sonst. Das Mehl in etwas kaltem Wasser auflösen und mit der Sahne zur Brühe geben. Kurz aufkochen lassen. Mit Muskatnuss und Pfeffer würzen. Alles pürieren, nicht zu fein. Es sollten noch Blumenkohlstückchen erkennbar sein. Fertig zum Servieren. Wer möchte, rührt ein Eigelb in die Suppe. Geröstete Brotstückchen machen sie beinahe zu einem vollständigen Essen.

2) Der Blumenkohl Burger: Eine Variante für eingefleischte Vegetarier

Zutaten für vier Personen:

  • 250 g Blumenkohl, geraspelt
  • 250 g Kartoffeln, geraspelt
  • 50 g Möhren, geraspelt
  • 50 g Haferlocken
  • 1 TL Currypulver
  • etwas Salz
  • etwas Pfeffer
  • etwas Muskatnuss
  • eine kl. Handvoll frischer Kräuter, kleingeschnitten. Besonders gut eignen sich Salbei, Rosmarin und Thymian
  • 6 EL gutes Speiseöl (z.B. Olivenöl oder Sonnenblumenöl)

Zubereitung:

Blumenkohl, Kartoffeln und Möhren zusammen in zwei EL nicht zu heißem Öl braten, bis alles nach etwa zehn Minuten gar ist. Hitze abschalten, Kräuter und die Gewürze dazugeben, Haferflocken einrühren. Abkühlen und quellen lassen. Dann das restliche Öl auf zwei Bratpfannen verteilen und je nach Belieben acht bis zwölf Burger formen und im Öl ausbraten. „Richtig“ sind die Burger, wenn sie außen eine schöne krosse Kruste haben. Nicht zu heiß braten! Zu den fertigen Burgern passt Tzatziki (Joghurt, Gurken, Knoblauch, Kräuter, Pfeffer, Salz) oder sonst ein beliebiger Dipp.

3) Auch für Fleischesser ist gesorgt:  Blumenkohlauflauf mit Hackfleisch

Zutaten für vier Personen:

  • 1/2 Blumenkohl, in möglichst kleine Röschen zerteilt
  • 200 g Kartoffeln, gekocht und in kleine Würfel geschnitten
  • 200 g gemischtes Hackfleisch
  • 2 EL gutes Speiseöl
  • 1 mittelgroße Zwiebel, gewürfelt
  • 1 gehäufter EL Mehl
  • 1 Becher Sahne
  • 1/2 l Gemüse- oder Fleischbrühe
  • Muskat
  • Piment, gemahlen
  • Pfeffer
  • Nelken, gemahlen
  • 2 TL Paprikapulver
  • 1 EL Tomatenmark
  • Knoblauch nach Belieben
  • geriebener Käse (z.B. Emmentaler, Gryère oder Sbrinz) zum Überbacken

Zubereitung:

Blumenkohl in leicht gesalzenem Wasser halb bissfest garen und grob zerdrücken. In einer Pfanne das Hackfleisch mit der Zwiebel in Öl anbraten. Knoblauch und Tomatenmark zufügen und alles unterrühren. Mehl mit Wasser auflösen und mit allen anderen Zutaten außer dem Käse unter die Hackfleischmischung mengen. Auflaufform einfetten und alles hineingeben. Im auf 200 Grad vorgeheizten Ofen bei Ober- und Unterhitze backen. Kurz vor Ende der Backzeit den Käse über alles streuen und darauf achten, dass er eine hellbraune Kruste bekommt, aber nicht verbrennt!

Tipps & Tricks rund um Blumenkohl

1. Blumenkohl vor der Zubereitung eine halbe Stunde lang in Salzwasser legen, um unerwünschte „Fleischeinlagen“ zu entfernen.

2. Statt ihn (zu lange) im Kühlschrank aufzubewahren, lieber die zerteilten Röschen blanchieren und anschließend einfrieren. Niemals un-blanchierten Blumenkohl einfrieren

3. Gelegentlich schmeckt Blumenkohl etwas bitter. Das ist zwar unschön, aber gesundheitlich unbedenklich. Der bittere Geschmack kommt von den im Gemüse enthaltenen Senfölen. Durch Zugabe von etwas Zucker beim Garen lässt sich die Bitterkeit vermindern. Im Übrigen wirken diese Senföle, die auch in Rettichen und Redieschen zu finden sind, antimikrobiell, töten also Bakterien ab. Beim Kochen geht viel davon verloren, weil Senföle hitzeempfindlich sind.
Blumenkohl darf nicht zu spät geerntet werden. Er fängt sonst an zu schießen und ist nicht mehr genießbar.

4. Manche Menschen können sich mit Blumenkohl nicht recht anfreunden, weil sie den Geruch nicht mögen, der beim Kochen entsteht. Gibt man ein Lorbeerblatt ins Kochwasser, enwickelt sich der Geruch längst nicht so stark wie ohne.
Dafür, dass der gekochte weiße Kohl auch wirklich schön weiß bleibt, lässt sich leicht sorgen, indem man einen reichlichen Schuss Milch zum Kochwasser gibt.

5. Es gibt Menschen, die Gemüsereste einfach in den Kompost werfen. Das ist ein unguter Luxus. Statt dessen den Strunk, an dem die Röschen festgewachsen waren, aufheben und zusammen mit anderen Gemüse-„Abfällen“ wie Zwiebel- und Mohrrübenschalen, Lauchabschnitten und Selleriestücken in einem größeren Behälter sammeln und einfrieren. Wenn eine genügend große Menge beisammen ist und sich vielleicht ein, zwei Kilo Schweine- oder Rinderknochen einfachen, ist der Weg zu einer hervorragenden Brühe gebahnt.

5. Es ist sinnvoll, darauf zu achten, dass die Garzeiten bei den unterschiedlichen Zubereitungsmethoden verschieden lang sind: Beim Kochen brauchen die Röschen vier Minuten (wenn der Kopf im Ganzen gekocht wird, muss mit 15 bis 20 Minuten gerechnet werden). Braten und Dämpfen dauert acht bis zehn Minuten, Backen gut 2o Minuten. Ganz Gesundheitsbewusste begnügen sich mit Blanchieren. Dafür sind drei Minuten ausreichend, wenn die Röschen schön kleingeschnitten sind.

7. Blumenkohl, der selbst Ehtylen absondert, sollte im Gemüsefach des Kühlschranks nicht zusammen mit anderen Ehtylen abscheidenden Gemüse- oder Obstsorten gelagert werden. Die Haltbarkeitsdauer lässt dadurch sehr stark nach.

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