Heidelbeeren sind gesund & lecker: Hier erfahrt ihr, wie man das Beste aus den kleinen Früchtchen rausholt

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Heidelbeeren zählen zu den gesündesten heimischen Obstsorten. Woher kommen die süßen Früchtchen aber eigentlich, warum sind sie so gesund und wie werden sie am besten verarbeitet? Diese und andere Fragen werden im nachfolgenden Beitrag beantwortet.

Herkunft der Heidelbeeren

Die Heidelbeere, regional auch als Schwarzbeere, Blaubeere oder Moosbeere bezeichnet, stammt ursprünglich von der nordamerikanischen Wildform ab. In Deutschland wurden das erste Mal in den 1930er Jahren vom Botaniker Dr. Heermann Heidelbeeren angebaut. Professionell wurde der Anbau aber erst ab 1962 betrieben. Heutzutage haben die blauen leckeren Früchtchen oftmals einen festen Stammplatz in den Gärten.

Die Schwarzbeere gehört grundsätzlich zu der Familie der Heidekrautgewächse und gedeiht am besten auf nährstoffarmen und sauren Böden. Vor allem in Heiden- bzw. Moorlandschaften und Wäldern sind diese beheimatet. Angesiedelt ist die Blaubeere nicht nur auf der Nordhalbkugel, sondern auch in Südamerika und im asiatischen Hochgebirge. Gekennzeichnet ist die Pflanze dadurch, dass sie stark verzweigt ist und strauchig wächst.

Bestimmte Sorten der Heidelbeere können kriechend am Boden wachsen oder sogar an einen Baum hochklettern. Die Sträucher können hierbei bis zu 60 cm hoch und dreißig Jahre alt werden.

Warum gelten die Heidelbeeren als so gesund?

Die medizinischen Wirkungen der Heidelbeere sind werden immer wieder diskutiert. Schon im Mittelalter wurde die Beere von Hildegard von Bingen zur Heilung bestimmter Krankheiten eingesetzt. Die Heilwirkung wurde bereits sehr früh von Mediziner, wie beispielsweise Tabernaemontanus, in Kräuterbüchern beschrieben.

Viele Studien belegen die gesundheitsfördernden Wirkungen von den Beeren, sogar Arteriosklerose kann mit den Blaubeeren vorgebeugt werden. Aufgrund der Inhaltsstoffe zeigte eine Studie zudem, dass Menschen, die oft Heidelbeeren essen, ein geringeres Risiko aufweisen an Parkinson zu erkranken. (Arteriosklerose: Leiter der Studie, die im Journal of Nutrition veröffentlicht wurde, war Dr. Xianli Wu vom USDA Arkansas Children`s Nutrition Center der University of Arkansas for Medical Sciences; https://www.zentrum-der-gesundheit.de/heidelbeeren.html) (Parkinson: Forscher der Universität Regensburg in einer Ausgabe der Fachzeitschrift „Pharmacological Research“; http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-9780-2009-04-16.html)

Erfolgreich nachgewiesen werden konnte auch die verdauungsfördernde Wirkung der Beeren, daher kann diese auch Durchfallerkrankungen entgegenwirken. Lindernd können die Beeren auch bei verminderter Sehstärke und bei Beschwerden durch Krampfadern eingesetzt werden. Außerdem beeinflussen Heidelbeeren auch positiv den Insulinspiegel und können sogar bei Nieren- und Harnbeschwerden helfen. (https://www.blaubeere.net/)

In einer weiteren Studie wurde der Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Heidelbeeren und der kognitiven Leistung erforscht. Hierfür wurden älteren Erwachsenen (Durchschnittsalter 76 Jahre) für 3 Monate lang reichlich Heidelbeeren verabreicht, entweder frisch oder als Saft. Daraus resultierten ein deutlich gesteigertes Erinnerungsvermögen und eine Verbesserung der Wahrnehmung sowie des Denkvermögens, welches oftmals im hohen Alter verringert auftritt. (https://www.eatmovefeel.de/heidelbeeren/)

Vitamine & Mineralstoffe der Heidelbeeren

Vor allem der hohe Anteil an Antioxidantien macht die kleinen Früchte zu einem besonders gesunden Snack. Außerdem enthalten sie unter anderem Phenolsäure und Flavonoide, die sogar das Krebsrisiko senken und Herzkreislauferkrankungen erfolgreich vorbeugen können. (http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/herzinfarkt-blaubeeren-sollen-vor-herz-kreislauf-krankheiten-schuetzen-a-877559.html)

Heidelbeeren enthalten viele lebensnotwendige Mineralstoffe wie beispielsweise Magnesium, Kalzium, Kalium und Eisen. Der hohe Anteil an Ballaststoffen fördert zusätzlich die Verdauung. In den Beeren befinden sich auch Gerbstoffe, die eine blutstillende, beruhigende und entwässernde Wirkung haben. Der enthaltene blaue Farbstoff kann bei einer Krebserkrankung helfen, die Zellteilung zu hemmen bzw. den Zelltod zu fördern. Auch die Blutversorgung bei Tumoren kann durch den Verzehr von Heidelbeeren gestoppt werden. (https://www.blaubeere.net/)

Zudem verfügt die Schwarzbeere über große Mengen an Vitamin A, B, C, E und Betacarotin. Bestätigt ist auch die antibakterielle Wirkung, die das Bakterienanheften an die menschlichen Zellen hemmt. (https://www.blaubeere.net/)

In der Medizin werden aber nicht nur die Beeren verarbeitet, sondern auch die Blätter. Diese enthalten unter anderem Gerbstoffe, pflanzliches Insulin, Chrom und Mangan. Hierfür werden die Blätter zuvor getrocknet und als Tee verabreicht. Dieser können ggf. unter bestimmten Umständen sogar den Fettspiegel im Blut senken und Gelenkentzündungen bei Arthritis oder Gicht lindern. Beachtet werden sollte hierbei aber immer die empfohlene Dosierung bzw. Anwendungsempfehlung, da die Einnahme von Heidelbeerblättern über einen längeren Zeitraum Vergiftungen hervorrufen können. (https://www.cysticus.de/aktuelles/heidelbeeren.htm)

Heidelbeeren-Saison in Deutschland

Zu einem großen Teil kommen die Heidelbeeren aus den USA oder aus europäischen Ländern wie beispielsweise Polen, Frankreich und Niederlande. In den Wintermonaten werden die meisten Beeren aus Chile, Argentinien, Neuseeland oder Südafrika importiert, da die Beeren bei Kälte nicht in Europa wachsen. Ein wichtiges Anbaugebiet in Deutschland ist die Lüneburger Heide.

Die Saison für Schwarzbeeren ist hierzulande von Ende Juni bis September. In dieser Zeit können sie aber nicht nur in Supermärkten gekauft, sondern auch im Wald selbst gepflückt werden. Da die Früchte im Winter und Frühjahr bei uns sehr schwer frisch erhältlich sind, können diese auch tiefgekühlt das ganze Jahr über erworben werden. In Bezug auf Beeren sollten unerfahrene Menschen jedoch lieber die Heidelbeeren im Geschäft oder am Markt kaufen, da diese optisch leicht mit der gesundheitsschädlichen Rauschbeere verwechselt werden kann. Um die Heidelbeere mit anderen Beeren nicht zu verwechseln, muss das Fruchtfleisch angeschaut werden. Bei der Heidelbeere ist das Fruchtfleisch blau bis violett und bei der Rauschbeere milchig-weiß.

So erkennt man frische Heidelbeeren

Die druckempfindlichen kleinen Beeren sollten beim Selberpflücken stets vorsichtig von den Zweigen abgestreift und in einem flachen Gefäß gelagert werden. Grundsätzlich weisen diese eine dünnere Haut auf als gekaufte Beeren und sind daher nicht so fest. Bei gekauften Blaubeeren sollte darauf geachtet werden, dass diese immer prall aussehen und eine leichte Pelzschicht aufweisen. Sind die Beeren hingegen sehr dunkel, welk oder blank, so sind diese nicht mehr frisch und der Kauf nicht mehr empfehlenswert. Sollten sich dennoch Früchte mit beschädigter Schale in der gekauften Ware befinden, so sollten diese schnell entfernt werden, da es durch die austretende Feuchtigkeit schnell zu Schimmel kommen kann.

Beim Kauf frischer Blaubeeren sollten sich die Früchte im Behälter beim Schütteln frei bewegen können. Ist dies nicht der Fall, so kann das ein Anzeichen dafür sein, dass einzelne Heidelbeeren beschädigt bzw. weich sind und sollten daher nicht gekauft werden.

Haltbarkeit von Heidelbeeren

Werden die Blaubeeren frisch im Wald gepflückt, sollten diese bestenfalls im Laufe eines Tages gegessen werden, da sie ansonsten einen leicht bitteren Geschmack annehmen können. In dieser Zeit sollten diese auch nicht einfach so in der Küche, sondern stets im Kühlschrank aufbewahrt werden. Auch die gekauften Heidelbeeren sollten kühl gelagert werden und sind dann sogar bis zu einer Woche haltbar. Egal woher die Beeren kommen, wichtig ist immer diese vor dem Verzehr gründlich zu waschen.

Können die Beeren eingefroren werden?

Heidelbeeren gibt es ganzjährig im Supermarkt als Tiefkühlware zu kaufen. Möchte man die kleinen Früchtchen selbst einfrieren, so sollten diese zuvor gründlich verlesen werden. Die Blaubeeren sollten vor dem Einfrieren im besten Fall nicht gewaschen und nach dem Verlesen flach in einem Gefrierbeutel oder in eine Box gefüllt werden.

Heidelbeeren einkochen

Um die Haltbarkeit der Beeren zu verlängern, können diese mit nur wenigen Grundzutaten auch ganz einfach eingekocht werden. Hierfür werden 1 kg Heidelbeeren zu Beginn gründlich verlesen und gewaschen. Danach vorsichtig mit einem Küchentuch abtrocknen oder in einem Sieb abtropfen lassen. Im nächsten Schritt Zucker (je nach Geschmack ca. 50 bis 100 Gramm Zucker je 1 Kilogramm Blaubeeren), 500 ml Wasser und 25 ml Zitronensaft kurz aufkochen und zur Seite stellen.

Zu Beginn sollen die Gläser zu je 2/3 mit Beeren vollgemacht und danach mit der zuvor hergestellten Flüssigkeit aufgefüllt werden. Anschließend die Gläser mit einem Deckel luftdicht
verschließen und diese für 20 Minuten in einem Wasserbad einkochen. Sind die Gläser größer (ab 0,75 Liter), so verlängert sich die Kochzeit auf 30 Minuten. Um den eingekochten Beeren eine besondere Note zu verleihen, können zusätzlich auch Gewürze wie Kardamom, Vanille, Zimt oder Nelken verwendet werden. Die fertigen Heidelbeeren eignen sich optimal als Füllung für einen Kuchen, als Beerensoße oder Fruchtspiegel.

Wie werden Heidelbeeren gesund zubereitet?

Blaubeeren sind die optimale Zutat für Müslis, Quarkspeisen und Obstsalate. Egal ob mit anderen Obstsorten kombiniert oder pur, sie sind immer eine leckere Zwischenmahlzeit mit lediglich 42 Kalorien pro 100 Gramm Beeren.

Eine besonders gesunde Art der Zubereitung ist die Verwendung der Heidelbeeren in einem Müsli. Hierfür kann ein fettarmer Joghurt mit Heidelbeeren, ein paar Haferflocken und Sonnenblumenkernen gemischt werden. Wer es süßer mag, kann gerne mit Stevia oder Honig süßen. An heißen Sommertagen kann auch schnell ein Drink mit Buttermilch und Heidelbeeren hergestellt werden.

Heidelbeermarmelade wird üblicherweise mit viel Zucker eingekocht. Eine Alternative hierbei ist das Verwenden von Birkenzucker, auch als Xylit bezeichnet. Schnell zubereitet werden kann diese folgendermaßen: 550 g Heidelbeeren (frisch oder tiefgekühlt) mit 250 g Birkenzucker und 5 g Apfelpektin sowie 3 g Zitronensäure in einen Kochtopf geben. Den Inhalt für 5 Minuten sprudelnd kochen lassen und immer wieder rühren, damit nichts anbrennt. Anschließend in sterile Gläser abfüllen und verschließen.

Blaubeeren können aber nicht nur süß zubereitet werden, sie eignen sich auch als Zutat für einen Salat. Dafür einen gemischten Blattsalat waschen, in eine Salatschüssel geben und eine Handvoll Schwarzbeeren hinzugeben. Für das Dressing 2 EL Olivenöl, 2 EL Apfelessig und je nach Geschmack 1-2 EL Honig dazugeben und vermischen. Die Soße über den Salat geben und gegebenenfalls mit angerösteten Nüssen verfeinern.

Typische Rezepte mit Heidelbeeren

Heidelbeeren sind in der Küche nicht mehr wegzudenken. Egal ob als Kuchen, Müsli, Saft, Marmelade oder Dessert, die kleinen Beeren sind wahre Allrounder. Nachfolgend drei typische und sehr leckere Rezepte mit Heidelbeeren.

1. Heidelbeerkuchen

Zutaten:
• 250 g Joghurt
• 250 g Kristallzucker
• 4 Eier
• 1 Packung Vanillezucker
• 500 g Mehl
• 125 g neutrales Öl
• 1 Packung Backpulver
• 500 g Heidelbeeren

Zubereitung:

Für den Blaubeerkuchen den Zucker, die Eier, den Vanillezucker und den Joghurt mit einem Handmixer schaumig rühren. Nach und nach das Öl einfließen lassen und unterrühren. Anschließend das Backpulver und das Mehl durch einen Sieb streichen und vorsichtig unterheben.

Zu guter Letzt die Masse auf ein eingefettetes oder mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen und mit den Beeren belegen. Den Heidelbeerkuchen für ca. 25-30 Minuten in das vorgeheizte Backrohr bei 190°C Ober-/Unterhitze oder bei 170°C mit Heißluft backen.

2. Heidelbeermarmelade

Eine besonders beliebte Art die süßen Beeren zu verwenden, ist das Zubereiten einer Marmelade. Diese wird aus Gelierzucker und aus den Früchten hergestellt. Für ein Kilo Heidelbeeren werden 600 g Gelierzucker benötigt. Zunächst müssen die Beeren jedoch gründlich verlesen, gewaschen und in einem Sieb abgetropft werden. Die Beeren werden mit dem Zucker in einen großen Topf gegeben und verrührt. Anschließend muss diese Masse für etwa 30 Minuten lang ziehen. Danach das Ganze für ungefähr 10 Minuten aufkochen, bis die Masse beginnt anzudicken. Zum Schluss die Marmelade nur noch in sterile Gläser füllen und fest verschließen.

3. Beerensmoothie

Vor allem für den Sommer eignet sich die Zubereitung eines Beerensmoothies. Einfach 250 g verlesene Beeren mit 200 g Joghurt, 4 TL Zucker (alternativ Stevia oder Honig) und einen Schuss Milch vermischen. Anschließend mit einem Rührstab oder einen Mixer cremig schlagen. Besonders köstlich ist der Smoothie wenn dieser kalt serviert wird.

Tipps & Tricks rund um Heidelbeeren

Tipp 1: Haltbarkeit verlängern bei Heidelbeeren aus dem eigenen Garten

Sollten Heidelbeeren im eigenen Garten wachsen, so sollten diese bald nach dem Pflücken verzehrt werden. Ist es zeitlich aber nicht möglich diese zeitnah zu verzehren oder einzukochen, so sollten die Früchte bis dahin am Strauch hängen gelassen werden, da diese dadurch länger haltbar sind als im Kühlschrank oder bei Zimmertemperatur.

Tipp 2: Längere Haltbarkeit bei gekauften Heidelbeeren

Zuerst müssen alle schimmeligen und weichen Beeren entsorgt werden. Danach drei Tassen Wasser mit einer Tasse hellen Essig in einer großen Schüssel vermischen. Die Beeren werden anschließend für eine Minute in dieser Mischung geschwenkt. Danach die Früchte so lange unter kaltem fließendem Wasser abspülen, bis der Essiggeruch vollständig verschwunden ist. Jetzt nur noch vorsichtig trocken tupfen und in eine, mit Küchenpapier ausgelegter, Box im Kühlschrank aufbewahren.

Tipp 3: Selbstgepflückte Heidelbeeren schneller von den Blättern trennen

Wird eine große Menge an Heidelbeeren selber gesammelt, so passiert es fast immer, dass sich zwischen den Beeren auch einige Blätter ansammeln. Um das lästige Aussortieren zu erleichtern, kann folgender Trick angewendet werden: Eine Lage Zeitungspapier wird auf eine flache Unterlage, beispielsweise ein Holzbrett oder ein Backblech, gelegt. Die Beeren werden auf die Unterlage gelegt und wenn diese leicht gekippt wird, fallen die Früchte auf eine Seite und viele Blätter bleiben bereits liegen. Die wenigen restlichen Blätter können dann einfach und schnell per Hand aussortiert werden.

Tipp 4: Heidelbeeren mit Alkohol ansetzen

Während der Erntezeit können überzählige Blaubeeren ganz rasch mit Korn versetzt werden. Hierfür einfach die Beeren in eine sterile Flasche geben und mit handelsüblichem hochprozentigen Alkohol auffüllen. Nach etwa vier bis sechs Wochen nimmt der Korn die Farbe und den Geschmack aus den Heidelbeeren auf und eignet sich optimal als Grundlage für sommerliche Cocktails.

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